Neues Kreuzbandverfahren in Schwabach

Auf dem Fußballplatz hat es Sami Khedira, Oliver Kahn und Lothar Matthäus schon mal erwischt. Besonders hoch ist das Risiko für einen Kreuzbandriss außerdem im Handball sowie im Alpinsport. Aber nicht nur für Profisportler ist ein Kreuzbandriss ein Alptraum. Statistiken zufolge reißt in Deutschland alle 6,5 Minuten ein Kreuzband. Frauen haben eine bis zu achtmal höhere Verletzungsrate als Männer. Bei jedem dritten Patienten ist zusätzlich der Meniskus beschädigt; die Kosten in den Kliniken für die Behandlung werden auf rund 360 Millionen Euro pro Jahr geschätzt.

Dr. med. Friederike Habighorst, Leitende Oberärztin

Neue Methode in Schwabach

„Der Kreuzbandriss zählt zu den chirurgisch anspruchsvollen Eingriffen“, erklärt Dr. med. Friederike Habighorst, Leitende Oberärztin in der Schwabacher Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie. „Das vordere Kreuzband ist einer der Hauptstabilisatoren des Kniegelenkes.  Ein Riss führt häufig zu einer Instabilität, die auch langfristig anhalten kann.“ Deshalb wird in der Regel operiert –  auch wenn natürlich jeder Fall  individuell entschieden werden muss. „Wir prüfen selbstverständlich genau, welche Therapie bei welchem Patienten in Frage kommt und ob operiert werden muss oder nicht“, so Dr. Habighorst. Bei dem bisher gängigen OP-Verfahren wurde eine Kreuzbandplastik durchgeführt. Dabei wurde das gerissene Kreuzband entfernt und durch eine körpereigene Sehne ersetzt. „Seit Kurzem bieten wir in Schwabach eine neue Behandlungsmethode an, bei der auf die Entnahme des gerissenen Kreuzbandes verzichtet wird“, so Dr. Habighorst. Es klingt einfach: Das Kreuzband wird mit Hilfe eines Implantats dynamisch stabilisiert. Kreuzband und Implantat wachsen so zusammen, dass nahezu die volle Funktionsfähigkeit zurückgewonnen wird. Die Entnahme einer körpereigenen Sehne ist so nicht mehr notwendig. Die Vorteile des Verfahrens liegen auf der Hand: Das körpereigene Kreuzband bleibt im Körper,  dadurch bleiben Koordinations- und Reaktionsfähigkeit erhalten. Insgesamt führt diese Operation zu einer schnelleren Rehabilitation und ermöglicht eine frühere Belastungsaufnahme.

Nur bei frischer Verletzung

Worauf müssen die Patienten achten? „Wichtig ist bei der neuen kreuzbanderhalten Operationstechnik, dass die Patienten frühzeitig zu uns kommen“, sagt Dr. Habighorst. „Das Verfahren ist nur bei einem frischen Kreuzbandriss möglich und muss innerhalb von 21 Tagen durchgeführt werden.“  Infos zum Portfolio der Abteilung für Orthopädie und Unfallchirurgie gibt`s unter www.khsc.de..