Rettungsdienstsymposium für mehr Patientensicherheit

Nach Angaben des Bayerischen Innenministeriums sind die Einsatzzahlen im Rettungsdienst in den vergangenen zehn Jahren um 54 Prozent gestiegen. Ebenso nehmen die Anforderungen zu. Das stellt die Rettungsdienste im Land vor die Notwendigkeit, sich kontinuierlich auf dem Laufenden zu halten - über neue Technologien, Gesetzesvorgaben oder auch Behandlungsmethoden.

Einmal im Jahr lädt das Stadtkrankenhaus Schwabach deshalb zu einem eintägigen Symposium ein. In diesem Jahr begrüßten Oberarzt Alfred Cacek - seit Kurzem neuer Ärztlicher Leiter für den Landkreis Roth und den Bereich Schwabach - und Oberarzt Andreas Wilhelm, Ärztlicher Leiter der Notaufnahme vom Stadtkrankenhaus, zahlreiche Kollegen der Rettungsdienste Mittelfranken-Süd und Nürnberg, der Integrierten Leitstelle ILS sowie Notärzte, Niedergelassene und Krankenhausärzte und Mitarbeiter aus Notaufnahmen in der Region.

Das Programm umfasste neben praktischen Übungen vor allem zahlreiche Fachvorträge zu relevanten Themen. So wurde zum Beispiel ein neues anonymes Meldesystem in Bayern diskutiert, mit dem kritische Ereignisse oder Beinahe-Fehler dokumentiert und analysiert werden. „Ziel dieser gemeinsamen Aktion der in Bayern organisierten Einrichtungen im Rettungsdienst ist es, aus Fehlern zu lernen“, erklärt Alfred Cacek. „Unter dem Motto `Berichten & Lernen´ steht Rettungsdiensten steht mit Blick auf eine höhere Patienten- und Mitarbeitersicherheit eine zentrale Informationsplattform zur Verfügung, auf der sie Empfehlungen für das richtige Handeln im richtigen Moment finden können.“ Zu Gast war auch der Chefarzt der Medizinischen Klinik I vom Klinikum Fürth, PD Dr. med. Harald Rittger. Er stellte eine sogenannte Life Vest vor. Dabei handelt es sich um einen speziellen Defibrillator, der wie eine Weste getragen werden kann. Gedacht ist er für Patienten, die gefährdet sind, einen plötzlichen Herztod zu erleiden - zum Beispiel wenn sie bereits einen Herzinfarkt erlitten haben, aber nicht dauerhaft einen Defibrillator benötigen. Der Umgang mit dieser Weste wurde im Anschluss direkt ausprobiert.

In weiteren Referaten ging es um das Berufsbild des Notfallsanitäters, um Kompetenzen und gesetzliche Grundlagen. „Der Notfallsanitäter wird auch in Zukunft niemals den Notarzt überflüssig machen“, so Cacek. „Aber ein Sanitäter muss heute besondere Fachkenntnisse erwerben, um in besonders lebensgefährlichen Situationen entsprechende Maßnahmen zur Lebensrettung zu beherrschen.“ Das nächste Rettungsdienstsymposium wird im Herbst 2018 stattfinden.