Aktionstag gegen den Chronischen Schmerz

Bereits zum vierten Mal fand im Stadtkrankenhaus Schwabach der Aktionstag gegen den Chronischen Schmerz statt. Dr. med. Thomas Schramm präsentierte den Besuchern mit seinem Team das gesamte Portfolio der Abteilung und kündigte auch Neues an.

Stadtkrankenhaus-Geschäftsführer Diakon Klaus Seitzinger (hintere Reihe links), Dr. med. Thomas Schramm (hintere Reihe, 2.v.l.) und Bürgermeister Dr. Roland Oeser (hintere Reihe 3.v.l.) mit dem Team der Schmerztherapie am Stadtkrankenhaus Schwabach

Ein wesentlicher Baustein der Schmerztherapie am Stadtkrankenhaus Schwabach ist die Klangschalentherapie

Die aktuellen Zahlen sind alarmierend: Für das Jahr 2014 geht das Bundesversicherungsamt von 3,4 Millionen Patienten mit chronischen Schmerzen aus - das bedeutet eine Zunahme im Vergleich zum Jahr 2013 (2,8 Millionen) um 21 Prozent. Dieser hohen Zahl an Patienten steht eine vergleichsweise geringe Zahl an Therapieangeboten gegenüber: Stand Ende 2015 waren nur 1.173 spezielle Schmerztherapeuten in ganz Deutschland ambulant tätig.

Schmerztherapie wird um Neurostimulation erweitert

In Schwabach gibt es keine Versorgungslücke. Seit dem Start im November 2013 ist das Angebot der stationären multimodalen Schmerztherapie weiterhin stark nachgefragt. In drei Gruppen werden die Patienten von Dr. med. Thomas Schramm und seinem Team behandelt. "Es ist erfreulich, dass wir in Schwabach eine verlässliche Anlaufstelle geschaffen haben für Menschen, die in ihrem Alltag mit Schmerzen klarkommen müssen", so Bürgermeister Dr. Roland Oeser in seinem Grußwort zum 4. Aktionstag gegen den Chronischen Schmerz am 29. April 2017. "Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ein Haus der Grundversorgung auch für Patienten mit besonderen Erkrankungen da ist, und zwar mit der bestmöglichen Ausstattung und Expertise." Auch Stadtkrankenhaus-Geschäftsführer Diakon Klaus Seitzinger ist sicher: „Die Entscheidung, die Kooperation mit Dr. Schramm einzugehen, war goldrichtig. Wir können dazu beitragen, den Betroffenen ein Stück Lebensqualität zurückgeben und möchten an dem Konzept gerne festhalten." Mit rund 300 Patienten im Jahr sei die Schmerztherapie zu nahezu 100 Prozent ausgelastet, so Dr. Schramm. "Wir werden unser Therapieangebot noch erweitern und möchten ab Mai die Implantation von Neuromodulationssystemen im Rückenmark anbieten. Das Verfahren wird vor allem bei Patienten mit Wirbelsäulenschmerzen angewandt."

Aktionstag mit vielfältigem Programm

Um die Bedeutung und das gesamte Portfolio der Schmerztherapie bekannt zu machen, hatte Dr. Thomas Schramm bereits zum vierten Mal zu einem Aktionstag gegen den Chronischen Schmerz ins Stadtkrankenhaus geladen. Sowohl für Fachpublikum als auch für interessierte Patienten oder Angehörige gab es ein informatives und vielfältiges Programm. Neben Fachvorträgen zu den Inhalten und psychologischen Ansätzen des Therapieangebotes sowie einer Industrieausstellung für Fachbesucher konnten die Gäste die Wirkung einzelner Therapiebausteine selbst testen. Unter dem Motto "Schmerztherapie zum Anfassen" luden die Mitarbeiter des Schmerzzentrums unter anderem zu Yoga-, Tai Chi- und Qi Gong-Übungen ein. Außerdem konnte man die Wirkung der Craniosacralen und der Klangschalentherapie ausprobieren; die Physio- und Ergotherapie zeigte bewegungstherapeutische Einheiten. Das Programm wurde abgerundet durch Vorführungen der Fußreflexzonen- und Biofeedbacktherapie sowie Ernährungsberatungsangebote.

Multimodale stationäre Schmerztherapie

Im Schmerzzentrum des Stadtkrankenhauses Schwabach werden chronisch schmerzkranke Patienten behandelt - Patienten, die weder von ambulanten oder operativ-interventionellen Maßnahmen noch von tagesklinischer Behandlung profitieren. Das Spektrum reicht von Patienten mit chronischen Kopf- und Gesichtsschmerzen über Schmerzen im Bewegungssystem bis zu psychovegetativen, Nerven- und Tumorschmerzen. Dr. Schramm arbeitet mit kleinen Gruppen von maximal fünf Patienten. Das multimodale Programm besteht in der Regel aus einer zweiwöchigen, stationären Erstbehandlung. Daran schließen sich die sogenannte häusliche Umsetzungsphase (sechs bis acht Wochen) sowie die Vertiefungsbehandlung über zwei Wochen an.  Im Stadtkrankenhaus Schwabach arbeitet die Schmerzabteilung mit der Physio- und Ergotherapie, Pflegefachkräften, Ärzten und dem Sozialdienst eng zusammen.