Hygiene im Krankenhaus: mehr als nur sauber machen

Viele Menschen, die ins Krankenhaus gehen, haben Angst vor multiresistenten Keimen – auch als Krankenhauskeime bezeichnet. Die Liste von Keimen wie zum Beispiel MRSA, die gegen viele Antibiotika-Gruppen resistent sind, ist lang - und es gibt sie auch in jeder Klinik.

"Es handelt sich hierbei nicht um ein reines Problem der Krankenhäuser“, erklärt Albrecht Kern, Hygienefachkraft am Stadtkrankenhaus Schwa­bach. „Multiresistente Erreger sind in der Bevölkerung ver­breitet, deshalb sind die Über­wachung („Surveillance“) und Früherkennung („Screening“) sehr wichtig.“ Kern ist für das Hygienemanagement am Stadt­krankenhaus verantwortlich. In der Öffentlichkeit wird Hy­giene oft auf Reinigung redu­ziert – im Krankenhaus bedeu­tet Hygiene sehr viel mehr; ist ein komplexes Thema. „Unsere Aufgabe ist es, Gesundheitsri­siken, hier speziell in Form von Infektionen, zu erkennen und diesen vorzubeugen.“

Seit drei Jahren gibt es am Stadt­krankenhaus ein MRSA-Kon­zept, das auf Empfehlungen einer Expertenkommision des Robert-Koch-Instituts basiert. Dieses umfasst ein schnelles Screening, Isolation sowie die nötigen Pflegemaßnahmen. Mit einem MRSA-Schnelltest kann schon während der Aufnahme eines Patienten innerhalb einer Stunde festgestellt werden, ob eine Infektion mit diesem Keim vorliegt. So können im Notfall die entsprechenden Schritte so­fort eingeleitet werden. Getestet wird 24 Stunden täglich. „Ein solches Vorgehen ist nicht selbst­verständlich und mit Kosten von rund 90.000 Euro im Jahr ver­bunden. Trotzdem ist es ebenso wie die Desinfektionsspende auf allen Stationen für uns absolut unverzichtbar, um die Sicherheit von Patienten und Mitarbeitern zu gewährleisten,“ so Albrecht Kern.