Schmerztherapie zum Anfassen: 3. Tag des Chronischen Schmerzes

288 Menschen waren im vergangenen Jahr aufgrund chronischer Schmerzen im Stadtkrankenhaus Schwabach - das sind rund 300 Menschen mit einer individuellen Leidensgeschichte, denen dank des besonderen Angebots in der Klinik geholfen werden konnte. Auch in diesem Jahr sind die drei Gruppen der stationären multimodalen Schmerztherapie stark nachgefragt; von Januar bis Mai wurden bereits 118 Patienten behandelt.

Die Klangschalentherapie ist Bestandteil der Schmerztherapie im Stadtkrankenhaus Schwabach. Der Ursprung der Klangschalen soll in Indien und im Himalaya liegen.

„Dank der Zusammenarbeit mit Dr. Thomas Schramm können wir den Betroffenen in der Region ein Stück Lebensqualität zurückgeben. Schmerz ist ein Teil der gesellschaftlichen Realität; die Zahl der Betroffenen steigt“, sagte Diakon Klaus Seitzinger, Geschäftsführer des Stadtkrankenhauses Schwabach, bei der Eröffnung des 3. Tages des Chronischen Schmerzes am Samstag, den 11. Juni 2016.

Aushängeschild des Stadtkrankenhauses Schwabach

Seit dem Start im November 2013 habe sich die Schmerztherapie sehr zur Freude der Stadt Schwabach zu einem Aushängeschild des Stadtkrankenhauses entwickelt, so Oberbürgermeister Matthias Thürauf in seinem Grußwort. „Die gute Auslastung ist ein Beleg dafür, dass sich Kooperationen mit niedergelassenen Spezialisten für einen Grund-versorger lohnen, weil dadurch auch für Patienten mit besonderen Erkrankungen eine bestmögliche Rundumversorgung sichergestellt werden kann. Chronische Schmerzen sind belastend, chronische Schmerzen machen mürbe. Ich freue mich sehr, dass wir den Betroffenen in Schwabach ein Moment der Hoffnung geben können.“

Nach Angaben der Deutschen Schmerzliga leiden acht Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Aktuell stehen in Deutschland nur knapp 600 schmerztherapeutische Einrichtungen zur Verfügung - eindeutig eine Versorgungslücke, wie Dr. med. Thomas Schramm befindet. „Wer an chronischen Schmerzen leidet, braucht kompetente Hilfe. Die Schmerzen bleiben, die Patienten verzweifeln und verlieren den Lebensmut. Zu uns kommen Betroffene aus der gesamten Metropolregion, weil es so wenige vergleichbare Anlaufstellen gibt.“

Aktionstag mit vielfältigem Programm

Anlässlich des bundesweiten Aktionstages Schmerz der Deutschen Schmerzgesellschaft am 7. Juni hatte der Anästhesist und Schmerztherapeut gemeinsam mit seinem Team und den Kollegen vom Stadtkrankenhaus Schwabach zum 3. Tag des Chronischen Schmerzes geladen. Sowohl für Fachpublikum als auch für interessierte Patienten oder Angehörige gab es im Stadtkrankenhaus ein informatives und vielfältiges Programm. Neben Fachvorträgen zu den Inhalten und psychologischen Ansätzen des Therapieangebotes sowie einer Industrieausstellung für Fachbesucher konnten die Gäste die Wirkung einzelner Therapiebausteine selbst testen. Unter dem Motto "Schmerztherapie zum Anfassen" luden die Mitarbeiter des Schmerzzentrums unter anderem zu Yoga-, Tai Chi- und Qi Gong-Übungen ein. Außerdem konnte man die Wirkung der Craniosacralen und der Klangschalentherapie ausprobieren; die Physio- und Ergotherapie zeigte bewegungstherapeutische Einheiten. Das Programm wurde abgerundet durch Vorführungen der Fußreflexzonen- und Biofeedbacktherapie sowie Ernährungsberatungsangebote.

Multimodale stationäre Schmerztherapie

Im Schmerzzentrum des Stadtkrankenhauses Schwabach werden chronisch schmerz-kranke Patienten behandelt - Patienten, die weder von ambulanten oder operativ-interventionellen Maßnahmen noch von tagesklinischer Behandlung profitieren. Das Spektrum reicht von Patienten mit chronischen Kopf- und Gesichtsschmerzen über Schmerzen im Bewegungssystem bis zu psychovegetativen, Nerven- und Tumorschmer-zen. Dr. Schramm arbeitet mit kleinen Gruppen von maximal fünf Patienten. Das multi-modale Programm besteht in der Regel aus einer zweiwöchigen, stationären Erstbehandlung. Daran schließen sich die sogenannte häusliche Umsetzungsphase (sechs bis acht Wochen) sowie die Vertiefungsbehandlung über zwei Wochen an. Im Stadtkrankenhaus Schwabach arbeitet die Schmerzabteilung mit der Physio- und Ergotherapie, Pflegefachkräften, Ärzten und dem Sozialdienst eng zusammen.