Sicherheit bei Antibiotika mit dem ABS-System

Als Sir Alexander Fleming 1945 als einer der Entdecker des Antibiotikums Penicillin den Nobelpreis verliehen bekam, hat er sich bereits über mögliche Nebenwirkungen Gedanken gemacht. In seiner Rede sagte er: „Die Zeit wird kommen, in der Penicillin von jedermann gekauft werden kann. Dadurch besteht die Gefahr, dass der Unwissende das Penicillin in zu niedrigen Dosen verwendet. Indem er die Mikroben nun nicht tödlichen Dosen aussetzt, macht er sie resistent.“

Dr. med. Manfred Schmidt ist seit März zertifizierter ABS-Experte im Stadtkrankenhaus Schwabach

Leider hat er Recht behalten. Weil Antibiotika und insbesondere Breitbandantibiotika heute immer häufiger verschrieben und falsch eingenommen werden, tragen sie zur Ausbreitung von resistenten Keimen wie zum Beispiel MRSA bei. Der Grund: Ein Antibiotikum tötet die Erreger nicht gleichzeitig. Empfindliche Keime werden rasch eliminiert, andere halten sich länger und breiten sich ohne die Konkurrenz sogar noch stärker aus.

Gerade in Krankenhäusern kann dies zu ernsten Problemen führen. Vor diesem Hintergrund arbeiten immer mehr Kliniken mit sogenannten „Antibiotic-Stewardship“-Programmen, kurz: ABS. Diese Programme sorgen für eine optimale und sichere Antibiotikatherapie der Patienten und dienen gleichzeitig dazu, hausinterne Qualitätsstandards festzulegen. Studien zeigen, dass Kliniken mit einem effizienten ABS-System bis zu 40 Prozent weniger Antibiotika verordnen und damit das Risiko der resistenten Bakterien verringern.

 

Meilenstein im Hygienemanagement
Auch das Stadtkrankenhaus Schwabach hat mit Dr. med. Manfred Schmidt seit Kurzem einen zertifizierten ABS-Experten. Der Facharzt für Allgemeinmedizin, seit 2009 in dieser Abteilung, hat eine spezielle Fortbildung bei der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene in Bonn absolviert und wurde nun offiziell zum ABS-Experten berufen. „Meine Aufgabe ist, auf allen Stationen die ordnungsgemäße Verordnung von Antibiotika sicherzustellen und zu dokumentieren“, so Dr. Schmidt. Ebenso führt er Schulungen für die Kollegen durch und berät sie - in enger Zusammenarbeit mit Apotheke und Klinikhygiene, welche Medikamente in welcher Dosierung verabreicht werden sollen. Bestimmte Antibiotika kommen dabei auf die hausinterne Empfehlungsliste, andere landen auf einer „No Go“-Liste. Nach den MRSA-Schnelltests ist die Berufung eines ABS-Experten ein weiterer, zentraler Baustein des Hygienemanagements im Stadtkrankenhaus.