Umgebaute Endoskopie feierlich eröffnet

Mehr als 11.200 Behandlungen allein im Jahr 2015 belegen: Die Mitarbeiter der Funktionsabteilung für Endoskopie und Sonografie am Stadtkrankenhaus Schwabach kennen keine Langeweile. Am 10. April 2016 wurde die neu umgebaute Funktionsabteilung feierlich eröffnet.

In einem der jetzt drei Endoskopiesäle konnten die Besucher selbst Hand anlegen und Gummibärchen mit einem Endoskop aus einem Patientenmodell herausoperieren. Rechts im Bild: Altoberbürgermeister Hartwig Reimann.

Chefarzt Dr. med. Andreas Stegmaier erklärt den Besuchern bei den Führungen die Funktionsweise der endoskopischen Geräte.

Chefarzt Dr. med. Andreas Stegmaier demonstriert mit einer Kollegin an Schnitzeln, wie das Veröden von Gewebe mit einer Sonde funktioniert.

Schere, bitte: Oberbürgermeister Matthias Thürauf, Stadtkrankenhaus-Geschäftsführer Diakon Klaus Seitzinger und der Ärztliche Direktor Chefarzt Dr. med. Andreas Stegmaier eröffnen feierlich die neu umgebaute Funktionsabteilung für Endoskopie. Foto: Robert Schmitt

"Wenn man bedenkt, dass es gerade mal 148 Jahre her ist, dass ein gewisser Dr. Kußmaul einem Schwertschlucker auf einem Freiburger Jahrmarkt ein Rohr in den Schlund steckte und damit die erste endoskopische Aktion in der Geschichte der Medizin durchführte, verwundert es umso mehr, was heute im Bereich der Endoskopie alles möglich ist", so Oberbürgermeister Matthias Thürauf bei der feierlichen Eröffnung der komplett umgebauten Abteilung. "Ich wünsche den Mitarbeitern der Abteilung in diesem perfektem Ambiente alles Gute für die Zukunft und in jedem Fall ein glücklicheres Händchen und mehr Erfolg als Dr. Kußmaul." Dessen "Endoskop" erreichte zwar den Magen, allerdings konnte er dort nichts sehen - es war schlicht und einfach stockdunkel.

Startschuss für weiter verbesserten Patientenservice

Heute ist die Technik ausgereift, ohne Endoskopie wäre die moderne Medizin undenkbar. Im Stadtkrankenhaus Schwabach gehört dieser Bereich zu den Schwerpunkten der Inneren Medizin. Gut ein Jahr hat die Umbauzeit gedauert; die Kosten lagen bei rund 1,3 Millionen Euro. Dank der Förderung durch den Freistaat war die große Lösung möglich – das bedeutet auf heute 210 Quadratmetern und in jetzt drei statt zwei hochwertig ausge-statteten Endoskopie-Sälen deutlich mehr Komfort für Mitarbeiter und Patienten. Die neue, auch technisch aufgerüstete Endoskopie ist außerdem besser an den Zentralen Untersuchungs- und Behandlungsbereich sowie den Ruheraum angeschlossen. "Unser Dank gilt neben den Fördermittelgebern und Sponsoren ganz besonders den Mitarbeitern der Abteilung", so Stadtkrankenhaus-Geschäftsführer Diakon Klaus Seitzinger. "Sie haben in den vergangenen Monaten trotz der bei einem Umbau unumgänglichen Beein-trächtigungen hervorragende Arbeit geleistet und sich wie immer ganz auf die Patienten konzentriert. Ich freue mich umso mehr, dass unsere neue Endoskopie auch für sie die Arbeitsbedingungen verbessert."

Umfangreiches Leistungsportfolio

"Viele Patienten, die zu uns kommen, haben Angst vor dem endoskopischen Eingriff", erklärt Chefarzt Dr. med. Andreas Stegmaier, der seit dem 1. April 2016 auch Ärztlicher Direktor des Stadtkrankenhauses ist. "Durch den Umbau bieten wir ihnen jetzt eine noch angenehmere und entspannte Atmosphäre und tragen dadurch zu einer optimalen Be-handlung bei." Die Gastroenterologie am Stadtkrankenhaus ist spezialisiert auf die Diag-nostik und Therapie von Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts sowie den damit verbun-denen Organen Leber, Gallenblase und Bauchspeicheldrüse. In der Funktionsabteilung gehören die wichtigsten modernen Untersuchungs- und Behandlungsverfahren zum Standard. Zum Leistungsportfolio zählen unter anderem die interventionelle Endoskopie (auch ambulant) zur Behandlung von Magen- und Darmpolypen, Gallensteinen oder Vari-zen, endoskopische Ultraschalluntersuchungen oder die gastroenterologische Funktions-diagnostik. Selbstverständlich sind auch Patienten zur ambulanten Darmkrebsvorsorge-untersuchung willkommen. 

Tag der offenen Tür mit buntem Programm

Speziell zu diesem Thema gab es beim anschließenden Tag der offenen Tür Informati-onsangebote und einen Vortrag. "Darmkrebs ist bei den Krebsarten die zweithäufigste Todesursache. Deshalb verstehen wir diesen Tag auch als Möglichkeit, die Öffentlichkeit für notwendige Gesundheitsvorsorgemaßnahmen zu sensibilisieren", so Dr. Stegmaier. Das Team vom Stadtkrankenhaus hatte sich für den Aktionstag ein buntes Programm ausgedacht. Neben gut besuchten Führungen durch die neuen Endoskopiesäle und Fachvorträgen konnten die Besucher ihr Geschick testen und versuchen, mit laparoskopi-schen Geräten Gummibärchen aus einem Patientenmodell "herauszuoperieren". Auch das Veröden von Gewebe mit einer endoskopischen Sonden wurde an Schnitzeln demonstriert. Zusätzlich wurden der neue Abteilungsflyer sowie ein Darmkrebs-Risikotest an die Besucher verteilt.