Neues Medizinkonzept für Schwabach und Neuendettelsau


Gemeinsam stärker. Die Krankenhäuser Neuendettelsau und Schwabach werden enger verzahnt, die Standorte weiter spezialisiert.

Vorbehaltlich der Genehmigung verschiedener Gremien plant Diakoneo, ab Mitte 2022 die Versorgung in Schwabach und der Region Neuendettelsau neu aufzustellen.Die Klinken Neuendettelsau und Schwabach werden künftig noch näher zusammenrücken, um sich schon jetzt gut für die Zukunft aufzustellen. Denn das Gesundheitswesen ist im Umbruch. Insbesondere kleinere Häuser und Kliniken ohne Spezialisierung werden es künftig schwer haben, am Markt zu bestehen. „Deshalb reagieren wir jetzt, damit wir gemeinsam stark in die kommenden Jahre gehen können“, sagt Michael Kilb, Vorstand Gesundheit bei Diakoneo.

Diakoneo hat die vergangenen Monate genutzt, um gemeinsam mit Experten ein Medizinkonzept für die Kliniken in Neuendettelsau und Schwabach zu entwickeln. Diese beiden Standorte stehen durch ihre Bettenzahl und den geringen Spezialisierungsgrad vor besonderen Herausforderungen. Beide können mit der bisherigen Ausrichtung nicht wirtschaftlich geführt werden. Seit mehreren Jahren schließen sowohl die Klinik Schwabach als auch die Klinik Neuendettelsau mit einem Defizit ab. Die Pandemie hat die Situation noch einmal verschärft. Eine Neuorientierung ist deshalb wichtig und notwendig.

In den beiden Diakoneo Kliniken Neuendettelsau und Schwabach sollen ab Mitte 2022 neue medizinische Schwerpunkte in der Versorgung gesetzt werden. Ziel ist es, Doppelstrukturen abzubauen und Spezialwissen an verschiedenen Standorten zu bündeln, um die Kliniken leistungsfähig für die Menschen in der Region aufzustellen. So soll sich die Klinik Neuendettelsau auf die Bereiche Kardiologie und Geriatrie spezialisieren, gleichzeitig soll am Standort das Angebot für ambulante Operationen ausgeweitet werden. In Schwabach planen wir, das Knowhow für Gastroenterologie zu konzentrieren. Um unsere OP-Kapazitäten besser auszulasten, werden zum Beispiel beide Allgemeinchirurgischen Chefärzte ihre stationären Patienten nach der Neuausrichtung an diesem Standort versorgen.

FAQ zum neuen Medizinkonzept

Was soll sich ändern?
In den beiden Diakoneo Kliniken Neuendettelsau und Schwabach sollen ab Mitte 2022 neue medizinische Schwerpunkte in der Versorgung gesetzt werden. Ziel ist es, Doppelstrukturen abzubauen und Spezialwissen an verschiedenen Standorten zu bündeln, um die Kliniken leistungsfähig für die Menschen in der Region aufzustellen.
So soll sich die Klinik Neuendettelsau auf kardiologische und geriatrische Therapien konzentrieren. Das Medizinische Versorgungszentrum Neuendettelsau bleibt als Facharztzentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie uneingeschränkt bestehen. Das Angebot ambulanter Eingriffe soll dort ausgeweitet werden.
In Schwabach planen wir, das Knowhow für Gastroenterologie zu konzentrieren. Um unsere OP-Kapazitäten besser auszulasten, werden.
zum Beispiel beide Allgemeinchirurgischen Chefärzte ihre stationären Patienten nach der Neuausrichtung an diesem Standort versorgen.

Wann beginnt die Umsetzung?
Nicht vor April 2022. Bis dahin sind noch Detailplanungen und Absprachen notwendig. Alle genannten Änderungen unterliegen dem Vorbehalt der Zustimmung mehrerer Gremien.

Warum sind diese Änderungen notwendig?
Unsere beiden Krankenhäuser stehen durch ihre Bettenzahl und den geringen Spezialisierungsgrad – zum Beispiel im Vergleich zur Rangauklinik – vor besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen. Beide können mit der bisherigen Ausrichtung nicht wirtschaftlich geführt werden. Seit mehreren Jahren schließen sowohl die Klinik Schwabach als auch die Klinik Neuendettelsau, anders als die anderen Krankenhäuser in unserem Verbund, mit einem Defizit ab. Die Pandemie hat die Situation noch einmal verschärft. Eine Neuorientierung ist deshalb wichtig und notwendig, denn wir stehen zu unserem Versprechen, dass wir alle Standorte im Klinikverbund von Diakoneo erhalten wollen.

Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?
Wir sind uns unserer Verantwortung für unsere Patienten sehr bewusst. Wir möchten, dass kranke Menschen in der Region weiterhin die bestmögliche Behandlung bekommen. Darum müssen wir jetzt Veränderungen einleiten und uns zukunftssicher aufstellen.
Unsere Patientinnen und Patienten können weiterhin auf eine sehr gute Krankenversorgung zählen. Unser Leistungsangebot bleibt bestehen. Durch die Herausbildung der medizinischen Schwerpunkte kann es in einigen Fällen sein, dass diese Behandlung künftig an einem anderen unserer Diakoneo Standorte als bisher angeboten wird. Je nach Krankheitsbild kann es im Einzugsbereich der beiden Kliniken bei Einweisungen, Sprechstunden oder ambulanten Terminen unter Umständen dazu führen, dass sich Anfahrtswege verlängern.

Was bedeutet das für Mitarbeitende?
Wir sind uns unserer Verantwortung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sehr bewusst und möchten sicherstellen, dass alle Arbeitsplätze langfristig erhalten bleiben. Darum müssen wir jetzt Veränderungen einleiten und uns zukunftssicher aufstellen. Betriebsbedingte Kündigungen schließen wir unter den aktuellen Rahmenbedingungen aus.

Was bedeutet das für die Notfallversorgung?

Die Notfallversorgung bleibt im Einzugsbereich beider Kliniken Tag und Nacht gewährleistet. In Neuendettelsau wird eine so genannte Chest Pain Unit entstehen, in der Patienten mit unklaren, akuten Brustschmerzen behandelt werden. So kann z.B. ein Herzinfarkt schnell erkannt und umgehend eine hochspezialisierte Behandlung eingeleitet werden. Nicht lebensbedrohliche chirurgische Notfälle, die keine stationäre Aufnahme benötigen, können tagsüber weiterhin im MVZ Neuendettelsau behandelt werden. Wer z.B. bei einem Verkehrsunfall schwerverletzt wird, wird dagegen – wie auch schon in der Vergangenheit – mit dem Rettungsdienst nach Schwabach gebracht. Hier werden auch alle nicht kardiologischen, internistischen Notfälle behandelt.

Verschlechtert sich durch die Neuausrichtung die Versorgungsqualität der Bevölkerung?
Im Gegenteil: Gerade ohne Neuausrichtung wäre das zu befürchten. Das Konzept zeigt auf, wie man die Versorgungsqualität der Bevölkerung in der Region langfristig auf höchstem Niveau sichern kann. Die Notfallversorgung ist einer der Schwerpunkte des Konzeptes und wird von den Maßnahmen profitieren. Bei Herzinfarkt, Schlaganfall und anderen lebensbedrohlichen Erkrankungen ist es wichtig, dass man schnell einen Spezialisten erreicht. Herzkatheterlabore, MRT und andere hochmoderne Technik entscheiden dann über Leben und Tod. Wenn wir diese Infrastruktur der Bevölkerung in der Region zugängig machen wollen, müssen wir Schwerpunkte bilden. So werden wir dafür sorgen, dass auch in den kommenden Jahren jederzeit, jedermann in der Region so wohnortnah wie möglich sehr gute medizinische Versorgung bekommt.